Was mache ich als Verfahrensbeistand ?

- Eine Erklärung für Kinder

Ich kann dir sicher nicht helfen, deine Familiensituation so zu verändern, dass sich deine Eltern wieder richtig lieb haben.

Ich kann dir aber vielleicht dabei helfen, mit deiner Familiensituation besser klar zu kommen.

 

Wenn Eltern nicht mehr zusammen leben können, fällt es ihnen manchmal schwer, gute Entscheidungen für ihre Kinder zu treffen.

 

Oft sind sie traurig, wütend und verletzt und befürchten, bei den Absprachen um die Kinder vom anderen Elternteil benachteiligt zu werden.

 

Ich kann dich dabei unterstützen, dass deine Eltern sehen, was für dich gerade wichtig ist.

 

Ich arbeite als Verfahrensbeistand.

Wenn du nicht weißt, was das ist:  das ist so etwas wie ein "Anwalt für Kinder". Vielleicht kannst du dir ja vorstellen, was ein "richtiger" Rechtsanwalt so macht. Manche Eltern haben einen. Rechtsanwälte vertreten z.B. die Interessen des jeweiligen Elternteils.

Die richtig guten Rechtsanwälte haben dabei auch immer die Interessen und Bedürfnisse der Kinder im Blick.

Für mich als Verfahrensbeistand sind besonders die Interessen und Bedürfnisse der Kinder wichtig. Dafür setze ich mich ein.

Ich besuche die Kinder bei jedem Elternteil zu Hause und manchmal auch mehrmals. Ich unterhalte mich mit den Kindern und versuche herauszufinden, was sie sich wünschen und was für sie wichtig ist.

Das ist manchmal ein Unterschied.

Ich rede mit den Kindern allein. So können sie mir auch Dinge sagen, die sie den Eltern nicht sagen können - etwa, weil sie die Eltern nicht verletzten oder traurig machen wollen.

Ich rede später auch mit den Eltern allein. Sie erzählen mir ihre Sichtweise. Manchmal rede ich auch mit Erzieherinnen oder Lehrerinnen. So bekomme ich allmählich ein Bild vom jeweiligen Kind und von dessen Familiensituation.

Sehr oft versuche ich dann gemeinsam mit den Eltern - und wenn es gut läuft, später auch mit dem Kind - eine Lösung zu entwickeln, mit der alle Beteiligten zunächst gut leben können und die vielleicht einen Gerichtstermin erspart.

Falls es doch zu einem Gerichtstermin kommt, begleite ich das Kind. Wenn sich die Richterin oder der Richter mit dem KInd unterhält, bin ich dabei. Die Eltern müssen draussen warten. So kann das Kind auch hier erzählen, was es bewegt und was es den Eltern so nicht sagen kann.

Anschließend unterhält sich die Richterin oder der Richter ohne das Kind mit den beteiligten Erwachsenen. Wenn diese sich nicht auf eine gute Lösung für das Kind verständigen können, wird durch das Gericht festgelegt, wie es für das Kind möglichst gut weiter geht.

Als Verfahrensbeistand erkläre ich im Anschluss, was im Gerichtssaal besprochen wurde und vor allem, was durch das Gericht beschlossen wurde.

Dann ist meine Arbeit zunächst beendet. Wenn das Kind nach dem Gerichtstermin noch Fragen an mich hat, stehe ich immer gern zur Verfügung.

 

Du kannst mich also bei Fragen gerne anrufen oder mir schreiben.

Falls du jüngere Geschwister haben solltest, die noch nicht so gut lesen können, kannst du denen ja vielleicht erzählen, was du gerade gelesen hast.

Volker Juppien

PF 100654

07706 Jena

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